Vorwort

Die WiKal - Ausstellung für Wirtschaft und Kultur in Kalletal

Von den Anfängen bis heute

Eine Rückschau von Andreas Karger

Mitte der achtziger Jahre nahm die Idee einer Ausstellung für das heimische Gewerbe und kulturelle Einrichtungen in der nordlippischen Großgemeinde Kalletal Gestalt an. Der Rat der Gemeinde Kalletal, allen voran der damalige Verwaltungschef Gerhard Lindemann, aber auch die ortsansässige Wirtschaft waren von den positiven Effekten einer solchen Veranstaltung von Beginn an überzeugt. Die Begeisterung für das Projekt durchzog alle mit diesem Thema befassten Personen und Gruppen. Bedenkenträger gab es nur sehr wenige.

Der Taller Journalist Alois Gassner sollte dann als Chef-Organisator die Idee in die Tat umsetzen. Gassner und eine Arbeitsgemeinschaft aus Kalletaler Geschäftsleuten begannen mit den Planungen und Vorbereitungen.

Als Veranstaltungsort standen die Sporthallen des Schulzentrums Hohenhausen zur Verfügung. Das Problem dort bestand aber darin, dass sie nur in den Schulferien genutzt werden konnten. Damit war auch sogleich die Frage nach einem geeigneten Termin beantwortet: Natürlich in den Herbstferien. Der in den Hallen bekanntermaßen nur mit Turnschuhen begehbare Boden stellte die Veranstalter vor das nächste Problem. Wenn man den Besuchern der Schau keine Museumspantoffeln aushändigen wollte, mußte eine praktikable und vor allem finanzierbare Lösung her.

Mit dem Erwerb eines Schutzbelages aus Linoleum eigens für die WiKal legten sich Politik, Gemeindedirektor, Kämmerer und die Mitarbeiter des Bauhofes ordentlich ins Zeug. Zahlenjongleure ermittelten sogleich, dass der Boden für zwei oder drei WiKal-Messen halten müsse, bis sich die Anschaffung amortisiert habe. Trotz der durchaus positiven Stimmung hatte die WiKal also auch kleine Geburtswehen. Übrigens: Die WiKal wurde letztmalig 1998 in den Sporthallen am Schulzentrum veranstaltet. Den Linoleumboden benutzt nach wie vor der Kalldorfer Karneval für seine Prunksitzung. Der wirtschaftsfördernde Belag ist inzwischen nahezu unversehrt 20 Jahre alt geworden.

Nordlippische Gewerbe-AusstellungMit der WiKal, der Ausstellung für Wirtschaft und Kultur im Kalletal, beschritt die nordlippische Gemeinde einen Weg, auf dem ihr bis heute wenige lippische Gemeinden und Städte so erfolgreich folgen konnten. Und das hat auch Tradition. Vor einigen Jahren gelangte eine 64-seitige Broschüre aus dem Jahre 1929 in den Besitz des Chronisten. Das heute 75 Jahre alte Druckerzeugnis trägt den Titel: "Nordlippische Gewerbe-Ausstellung der Ämter Hohenhausen-Varenholz - 15. Juni - 1. Juli 1929.

Die WiKal ist heute 20 Jahre nach ihrer Premiere eine Ausstellung mit überregionalem Einzugsgebiet. Entscheidungen wie der Umzug von den Sporthallen in das Gewerbegebiet Echternhagen waren die Voraussetzung für weiteres dynamisches Wachstum.
Mancher hat diese Entwicklung bedauert. War die WiKal nicht eigentlich für ortsansässige Unternehmen angedacht worden? Ja, es wäre allerdings verhängnisvoll gewesen, in Zeiten wachsender Regionalisierung so zu tun, als führe Kalletal ein Inseldasein. Gerade der Standortfaktor an der Grenze zu drei weiteren Kreisen und dem Nachbarbundesland Niedersachsen bot hervorragende Chancen für die weitere organische Entwicklung. Diese Chancen hat die WiKal genutzt. Genau deshalb haben Aussteller aus Rinteln, Minden, Porta Westfalica, Bad Oeynhausen, Vlotho oder Herford zusehends Interesse an einer Teilnahme gezeigt. Nicht anders verhält es sich mit der Zielgruppe. Mit der WiKal 2000 überschritt die Besucherzahl erstmals die Zahl 7.000 und die Ausstellerzahl 100. Die gut 10.000 Besucher der WiKal 2002 kamen nicht nur aus den nordlippischen Gemeinden oder Lemgo und Bad Salzuflen, sondern vor allem auch aus eben jenen Nachbarstädten im Norden und Westen.

Diese Entwicklung hat dazu geführt, dass wir die WiKal ohne Übertreibung heute als die älteste und inzwischen größte, attraktivste, charmanteste, innovativste und einzige Regionalschau dieser Art in ganz Lippe bezeichnen können. Wie es dazu kam, erfahren Sie auf den weiteren Seiten der "Geschichte der WiKal".